Hauptgrund unserer Reise  nach Java war der berühmte Vulkan Bromo. Schon lange begeistern uns die tollen Fotos des rauchenden Vulkans bei Sonnenaufgang. Und da wir gerade auf der Nachbarinsel Bali waren und noch eine Woche Visum hatten, bot sich ein Abstecher nach Java an. Außerdem konnten wir (und vor allem David) unserer Lieblingsbeschäftigung nachgehen: Touren planen. Und zwar auf eigene Faust. Ohne Unsummen bei einem Touranbieter zu bezahlen, nur um dann in einem Minivan mit zehn anderen Touristen am erstbesten überfüllten Aussichtspunkt abgeladen zu werden. Wir wollten den Bromo ohne Tour erkunden!


Erste Station: Probolinggo

Die Mondlandschaft des Sea of Sand

Den Bromo ohne Tour zu erreichen setzte  logischerweise voraus, dass wir uns eigenständig um die Anreise kümmern mussten. Dies sollte zwar etwas aufwändiger werden, aber bequem kann ja jeder. Sagt zumindest David. Wir wählten Probolinggo als erste Übernachtung aus. Da es am nächsten Morgen per Bemo nach Cemoro Lawang weitergehen sollte, war dieser Zwischenstopp nötig. Wir reisten von Surabaya mit dem Zug an, was super funktionierte. Am Bahnhof in Probolinggo angekommen fanden wir nach einigem Geplänkel ein Taxi- oder sagen wir ein Auto, das seine besten Zeiten schon lange hinter sich hatte, das uns zu einem halbwegs angemessenen Preis zur Unterkunft brachte. Wir entschieden uns für das Clover Homestay*, eine nette, zweckmäßige Unterkunft.


Bemo die Erste

Die Mondlandschaft des Sea of Sand

Am nächsten Morgen sollte es per Bemo nach Cemoro Lawang gehen, wo wir gegen Mittag ankommen wollten. Vor dem Busbahnhof erwarteten uns die ersten Fahrer, die uns Richtung Bromo bringen wollten- per Roller. Nein danke! Bei den blauen Bemos angekommen, machten wir es uns erstmal so gut es ging gemütlich, da wir uns auf einige Wartezeit einstellten. Für alle, die nicht wissen, was wir meinen: Bemos sind kleine Busse ohne Fahrplan, die einen Standardpreis pro Fahrt und Bus haben. In diesem Fall 525.000 indonesische Rupiah. Der Preis wird durch alle Fahrgäste (maximal 15) geteilt. Entweder, man wartet, bis genügend Fahrgäste vor Ort sind um den Bus zu füllen, oder man teilt den Preis durch die anwesenden Fahrgäste, die gewillt sind, den Preis unter sich zu teilen. Nach circa eineinhalb Stunden  kam eine Familie aus Taiwan, mit welcher wir uns das Bemo teilen konnten.


Angekommen in Cemoro Lawang

Brom Vulkan Indonesien Sea of Sand

Wanderung durch den Sea of Sand: Ein Fotomotiv jagt das nächste

Nach weiteren eineinhalb Stunden kurvenreicher Fahrt waren wir in Cemoro Lawang angekommen. Es war übrigens gar nicht so leicht, dort eine Unterkunft zu finden, die keine unterirdisch schlechten Bewertungen hatte. Wir haben uns für das Otix Guesthouse* entschieden. Eine mehr als einfache Unterkunft, allerdings wollten wir am nächsten Morgen in aller Frühe aufbrechen, sodass der Raum für ein paar Stunden Schlaf vollkommend ausreichend war.


Auf zum Krater

Brom Vulkan Indonesien Krater

Blick in den Krater: es dampft und brodelt

Wir stellten also unser Gepäck ab und machten uns direkt auf Richtung Krater. Diesen konnten wir fußläufig von der Unterkunft erreichen. Da scheinbar nur morgens, wenn die meisten Touristen zum Krater pilgern, das Kassenhäuschen des Nationalparks besetzt ist, sparten wir uns die Eintrittsgebühren. Durch den Sea of Sand ging es Richtung Krater. Schon in der Ferne hörte man den Vulkan rumpeln, dazu die nahenden Gewitterwolken und die Mondlanschaft des Sea of Sand- ein unvergleichbarer Moment!

Der Aufstieg zum Krater

Der Aufstieg war kurz, dafür nicht ganz so schmerzlos. Aber da die letzten Meter zum Krater per Treppen zu erreichen sind, war es nur halb so schlimm. Oben angekommen waren wir erstmal ziemlich erstaunt: man konnte tatsächlich in den Krater selbst hineinschauen! Dort blubberte und koche eine trübe, dampfende Flüssigkeit vor sich hin, fast wie ein Hexenkessel. Leider war die Böschung total verdreckt, dank den Touristen, die den Krater wohl mit einem Abfalleimer verwechseln. Die Umrundung des Kraters haben wir ausfallen gelassen, da wir mittlerweile schon ein bedrohliches Donnergrollen  hören konnten. Erstes Fazit: Es ist überhaupt kein Problem, den Krater des Bromo ohne Tour zu besteigen!

Brom Vulkan Indonesien Weg Krater

Auf dem Weg. der um den Krater führt

Auf dem Rückweg wurden wir trotzdem schön gewaschen… Also ab zur Unterkunft, Kleider trocknen und früh schlafen- der Wecker sollte ja schon bald wieder klingeln.


Sonnenaufgang

Am nächsten Morgen oder eher mitten in der Nacht um 2:30 Uhr ging es für uns los. Ekelhafte Uhrzeit, ehrlich. Aber noch ekelhafter: 2:30 Uhr bei Regen. Unsere Nachbarn schauten kurz zur Tür heraus und beschlossen, weiterzuschlafen und den Aufstieg am nächsten Morgen zu machen. Für uns leider keine Option… Also stiefelten wir dick eingepackt los in Richtung King Kong Hill. Von dort wollten wir den Sonnenaufgang abseits der Touristenmassen sehen. Durch den dicksten Nebel und Nieselregen ging es stetig bergauf.

Bromo Vulkan Sonnenaufgang Nebel

Wie sie sehen, sehen sie nichts.

Im Nachhinein hätte es locker gereicht, wenn wir um 3:30 Uhr losgelaufen wären. Wussten wir halt nicht besser. Allerdings haben wir uns so auch wieder die Eintrittsgebühr gespart, da so früh das Kassenhäuschen noch nicht besetzt war. Offensichtlich ist dies nur zu den größten Touristenansturmzeiten der Fall. Unterwegs machten wir eine kurze Pause, um eine Tasse Tee am Straßenrand zu trinken. Hier begegneten uns die ersten Touristen-Trupps.  Diese überholten wir ein wenig später am offiziellen Aussichtspunkt wieder, als wir die Straße verließen. Zum Glück, hier tummelten sich nämlich schon einige Jeep-Ladungen an Touristen.

Hier ging es dann über einen Trampelpfad weiter. Erst waren wir unsicher, ob wir auf dem richtigen Weg waren, aber laut Navi stimmte unsere Route. Also immer weiter durchs Dickicht, bis wir tatsächlich an mehreren kleinen  „Buchten“ vorbei kamen. Wir suchten uns eine aus, die etwas windgeschützt war. Und warteten. Und hofften, dass sich der Nebel verziehen würde. Aber leider war der Nebel zum Sonnenaufgang genauso dick und undurchsichtig wie in der Nacht. Und so konnten wir lediglich beobachten, wie sich die Farbe des Nebels von dunkelgrau zu hellgrau änderte. Von Sonne oder gar Vulkan leider nichts zu sehen… Und so machten wir uns um kurz vor sieben Uhr wieder an den Abstieg, Tja, es sollte eben nicht sein. Auch wenn wir sehr enttäuscht waren, waren wir auch froh, den Bromo ohne Tour besucht zu haben. Denn ansonsten hätten wir noch eine Menge Geld verschwendet.


Bemo die Zweite

Bromo Vulkan Blumen Sea of Sand

Herannahende Gewitterwolken

Wieder in Cemoro Lawang angekommen, packten wir unsere Rucksäcke und warteten auf unseren Bus. Mit dem Busfahrer vom Vortag hatten wir ausgemacht, dass er uns am Guesthouse abholen sollte und uns günstig zurück nach Probolinggo bringen sollte. Er kam auch- allerdings um uns zu sagen, dass er uns nicht fahren könne. Wir müssten zum Busstop im Stadtkern und dort mit einem anderen Fahrer fahren. Naja, so war das zwar nicht geplant, aber was blieb uns übrig?

Am Busstop angekommen, trafen wir den neuen Busfahrer. Da wir etwas unter Zeitdruck standen, da wir am gleichen Tag noch per Zug nach Surabaya wollten, saßen wir auf glühenden Kohlen. Allerdings wollten wir das Bemo auch nicht alleine zahlen. Der Busfahrer vertröstete uns Stunde um Stunde. Wir liefen zurück zur Unterkunft und fragten, ob sie uns nach Probolinggo bringen könnten. Für einen annehmbaren Preis stimmten sie zu- bis plötzlich der Busfahrer auftauchte und auf die Jungs einredet. Ende vom Lied: sie wollten uns nicht mehr fahren. Offensichtlich schüchterte der Typ alle anderen potentiellen Fahrer ein, um selbst das Geld einzustecken. Wir bekamen einen richtigen Groll auf ihn. Wir fanden im ganzen Ort keine andere Möglichkeit, als mit ihm zu fahren. Letztendlich kamen noch drei weitere Touristen dazu- trotzdem gefiel es uns gar nicht, dass der Fahrer seinen Willen durchsetzen konnte.


Bromo ohne Tour – Fazit

Brom Vulkan Indonesien Wegweiser Batok

Wegweiser vor dem Aufstieg zum Bromo

Bis auf die Rückfahrt hatte alles wie am Schnürchen funktioniert- jedenfalls organisatorisch. Am Wetter kann man nun leider einfach nichts ändern. Wir hatten aber ja einen schönen Nachmittag am Krater und sind dankbar, dass der Regen erst gegen Abend kam. Wir haben eine Menge Geld gespart, da wir den Bromo ohne Tour und auf eigene Faust besucht haben! Und das abenteuerliche Gefühl, wenn man keine Ahnung hat, ob die geschmiedeten Pläne aufgehen und man am Ende doch am Ziel ankommt ist einfach unbezahlbar.


Du willst auch bald auf Reisen gehen? Dann lass dich von unserer Packliste inspirieren.

Diabetiker unter euch an Bord? Dann passt diese Packliste!