Viele Reisende, die es nach Malaysia verschlägt, haben auf ihrer Liste zumindest Kuala Lumpur und Georgetown stehen. Den ein oder andern zieht es noch nach Malakka oder in die Cameron Highlands. Doch ein kleines Städtchen mittendrin bleibt wird oft übersehen: Ipoh im Bundesstaat Perak. Zu Unrecht, wie wir finden!


Anreise

Da wir nach vier Monaten Reisen nicht mehr so wirklich Lust auf lange Fahrten haben, wollten wir auf der Etappe Georgetown-Kuala Lumpur noch ein Zwischenhalt einlegen. Die Cameron Highlands fielen aufgrund des schlechten Wetters aus, deshalb schauten wir, was sonst noch so auf der Strecke lag. Die Antwort war leicht: wir machen einen Zwischenstopp in Ipoh!

Ipoh Sonnenschirme Streetart

Ob der Käfer passend zu den Lampions lackiert wurde?

Eigentlich wollten wir mit dem Zug von Butterworth nach Ipoh fahren. Für die 150 km lange Strecke gibt es täglich mehrere Verbindungen, die Fahrt dauert zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Nachdem wir  in Malaysia schon so gute Erfahrungen mit der Bahn gemacht hatten, wollten wir daran anknüpfen. Tja, aber da das Leben kein Wunschkonzert ist und wir nicht daran gedacht hatten, dass am Wochenende auch mal Zugtickets ausverkauft sein können, standen wir in Butterworth am Bahnhof und schauten blöd aus der Wäsche. Denn um samstags nach Ipoh zu fahren, hätten wir uns früher um Tickets kümmern müssen. Wie gut, dass der Busbahnhof direkt neben an war! Dort bekamen wir ohne Probleme noch Tickets für den Bus und konnten unsere Reise ohne große Verzögerung fortsetzen.


Ankunft

In Ipoh am neuen Busbahnhof angekommen, schnappten wir uns ein Grab und fuhren zu unserer Unterkunft. Alles Tutti soweit! Dank einem Coupon von Grab, der am Busbahnhof beworben wurde, war die Fahrt sogar kostenlos. Läuft also wieder bei uns! Unsere Unterkunft war auch ein super Glücksgriff (können wir allen zukünftigen Besuchern von Ipoh nur empfehlen: Shamrock Guesthouse II*. Es ist ein familiengeführtes Guesthouse mit super lieben Inhabern). Fürunseren zweitägigen Zwischenstopp in Ipoh die perfekte Unterkunft.


Kek Look Tong Höhle

Kek Look Tong Höhle Ipoh

Umgeben von beeindruckenden Gesteinsformationen in der Höhle

Den nächsten Tag starteten wir mit einer Fahrt zur Kek Look Tong Höhle. Mit dem Grab dauerte die Fahrt ungefähr 20 Minuten. Mit unserem Fahrer handelten wir aus, dass er uns eine Stunde später wieder abholen sollt. Für diese vorausschauende Idee müssen wir uns selbst an dieser Stelle mal auf die Schulter klopfen.

Kek Look Tong Park Ipoh

Der Park hinter der Kek Look Tong Höhle

Wir waren noch leicht geschädigt von den Höhlen in Myanmar, welche durch die kitschigen Beleuchtungen oft an Charme verloren hatten. Aber siehe da, er Tempel war vom Prinzip her zwar gleich aufgebaut wie die burmesischen, jedoch ohne die furchtbare blinkende Weihnachtsbeleuchtung. Die Höhle selbst ist wunderschön, genau wie der Park, der sich am anderen Ende auftut. Die Anlage ist sehr schön gestaltet und wird von den Einheimischen morgens als Frühsportanlage genutzt. Zudem ist der Eintritt kostenlos!


Organisation deluxe

Ipoh Bahnhof

Der schönste Bahnhof, den wir kennen

Da wir (meistens) aus Fehlern lernen, fuhren wir im Anschluss zum Bahnhof, um uns ein Ticket für die Weiterfahrt am nächsten Tag zu kaufen. Wieder einmal waren wir vom Organisationstalent der Malaien begeistert. Man stellt sich nicht einfach an einen Ticketschalter an, sondern zieht eine Nummer wie an der Wursttheke. Während man auf seine Nummer wartet, kann man sich in der Bahnhofshalle die Zeit vertreiben, bis man aufgerufen wird.

Wie wir am nächsten Tag feststellten, wartet man auch nicht auf dem Bahnsteig, sondern in der Halle. Sobald ein Zug in Sichtweite ist, wird dieser aufgerufen, und man selbst durch die Ticketkontrolle geschleust. Man kann also gar nicht in den falschen Zug einsteigen! Nicht zu vergleichen zu dem zeitweisen Chaos an deutschen Bahnhöfen…


Streetart

Ipoh Streetart

In einer Seitenstraße haben wir dieses Kunstwerk entdeckt

Vom Bahnhof ging es in die Altstadt. Vorher haben wir uns in der Touri-Info noch eine Stadtkarte mit den Streetart-Spots eingesammelt. Das erste Wandgemälde befand sich direkt gegenüber der Touristeninformation. Die ersten paar Orte sind wir anhand der Karte abgelaufen, aber bald haben wir die Karte weggesteckt und sind frei Schnauze durch die Gassen spaziert. Die Altstadt ist wirklich überschaubar und es macht so viel mehr Spaß, auf Erkundungstour zu gehen! Unser Zwischenstopp in Ipoh gefällt uns immer besser!

Streetart Ipoh

Auf der Suche nach der Umbrella-Street haben wir diese Entdeckung gemacht


Concubine Lane

Nachdem ein Feuer 1892 einen Großteil der Altstadt zerstörte, wurde der Wiederaufbau vom Bergbaumagnat Yao Tet Shin finanziert. Seinen drei Frauen schenkte er jeweils eine neue Straße: Die Wife Lane, die Concubine Lane und die Second Concubine Lane. Ein cleverer Schachzug, denn so mussten die drei Ladies nicht im selben Haus leben.

Concubine Lane Ipoh

Die berühmte Concubine Lane

Von diesen drei Straßen ist die Concubine Lane die bekannteste. Die kleine Gasse ist nicht lang, aber gesäumt von kleinen Straßenständen, Cafés und Imbissen. Es war ganz nett, aber viel schöner fanden wir das kleine Künstlerareal in der Verlängerung der Concubine Lane.

Streetart Ipoh Concubine Lane

Marilyn in der Verlängerung der Concubine Lane


White Coffee

Wenn es um lokale Spezialitäten geht, sind wir ja immer direkt am Start. Genauso beim White Coffee, der über die Stadtgrenzen hinaus beworben wird. In einem uns vom Guesthouse empfohlenen Restaurant bestellten wir zwei Iced White Coffees. Unser Resümee: kann man, kann man aber auch sein lassen. Kaffeeliebhaber würden das Getränk wohl nach einem Schluck beiseite stellen, denn mit Kaffee hat das ganze leider nicht viel zu tun. Es ist eher ein Getränk aus (massiv!) gesüßter Kondensmilch und einem Schuss Kaffee.

white Coffee Ipoh

White Coffee- ein bisschen Kaffee mit sehr viel Kondensmilch


Fazit

Unser Zwischenstopp in Ipoh stellte sich als sehr gute Idee heraus! Für einen Aufenthalt von ein bis zwei Tagen gibt die Stadt genug an interessanten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten her. David fand Ipoh sogar noch schöner als Georgetown, da es weniger überlaufen von Touristen ist und durch die beschauliche Größe der Altstadt auch gut nur zu Fuß abzulaufen ist. Wir würden wieder kommen und einen Tag als Zwischenstopp in Ipoh einplanen.


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