In Nordthailand wollten wir unbedingt ein Elefanten Camp besuchen. Und zwar eines, in dem die Elefanten möglichst naturnah gehalten werden, nachdem sie bisher in Gefangenschaft gelebt oder in Touristenhotspots gearbeitet haben. Ohne Elefantenreiten, bemalen oder baden. Denn dies würden Elefanten in freier Wildbahn auch nicht tun, so süß und freundlich sie auch ausschauen. Bei einem Spaziergang durch Chiang Rai wurden wir auf die Organisation Elephant Valley aufmerksam.


Elephant Valley in Chiang Rai

Chiang Rai Elephant Valley

Gefährten, die sich im Elephant Valley gefunden haben

Nachdem wir uns schlau gemacht hatten, was die Grundsätze der Organisation sind, wer dahinter steckt und wie das Tagesprogramm dort aussieht, beschlossen wir, für den nächsten Tag eine Tour zu buchen.

Wir wurden morgens um 8 Uhr am Hostel abgeholt und zum Gelände gebracht, das etwas außerhalb von Chiang Mai liegt. Dort wurden wir erstmal von den Mitarbeitern begrüßt und bekamen die ersten Infos vorab. Das Elephant Valley in Chiang Rai hatte erst im Vorjahr eröffnet und hatte aktuell bei unserem Besuch sechs Elefanten.


Vor dem Sanctuary

Chiang Rai Elephant Valley

Ganz nah, aber trotzdem in sicherer Entfernung auf einem „Hochsitz“

Diese Elefanten wurden aus unterschiedlichen Situationen heraus ins Elephant Valley gebracht. Die meisten kamen aus Touristencamps, einige aber auch aus Arbeitslagern. Viele haben noch mit der Vergangenheit zu kämpfen, was sich zum Beispiel durch ständiges Hin- und Herschwingen des Kopfes bemerkbar macht. Unser Betreuer verglich es mit einem leicht autistischen Verhalten. Die Elefanten hatten ihr bisheriges Leben Aufgaben aufgezwungen bekommen, die sie erst erlernen mussten. Um dies zu erreichen, wurden den Tieren ihre eigentlichen Instinkte abtrainiert, sodass sie Gegenstände transportieren, sich von Touristen bemalen lassen und diese auf Holzgestellen auf ihrem Rücken reiten lassen. Dies sind alles Dinge, die ein Elefant von sich aus nie machen würde!


Ziele des Elephant Village in Chiang Rai

Chiang Rai Elephant Valley

In sicherer Entfernung

Im Elephant Valley ist es nun das Ziel, die Elefanten wieder Elefanten sein zu lassen. Sie werden langsam zurückgeführt an ihre natürlichen Instinkte. Uns hat das ziemlich mitgenommen. Wie furchtbar ist es, dass die Tiere nicht wissen, wer und was sie eigentlich sind? Sie haben Angst vor dem Einschlafen, wenn sie nicht angekettet sind, da „ihr“ Raum, in dem sie sich bewegen können, nicht definiert ist. So passierte es die ersten Nächte, dass die Elefanten die ganze Nacht über das Gelände liefen. Nun lernen sie langsam nach und nach wieder, was ein Elefant in freier Wildbahn tun würde.


Kennenlernen

Chiang Rai Elephant Valley

Elefanten-Freundschaft

Nach einer Einweisung durften wir das Gelände betreten und durften jeden Elefanten kennenlernen. Und zwar aus einer sicheren Entfernung von mindestens 20 Metern. Denn auch der ständige Kontakt mit Menschen ist Stress für die Dickhäuter! Somit blieben wir immer in einigem Abstand und beobachteten Maddy, Claire, Jay, Thong Inn, Ka Moon und Lou dabei, wie sie das Gelände durchstreiften. Sehr interessant war es zu sehen, wie sie ihre eigenen Grüppchen bilden. Man erzählte uns, wer wen gut leiden konnte, wen eher nicht, wer der beste Freund ist und so weiter. Hier erschienen sie uns fast schon etwas menschlich!

Chiang Rai Elephant Valley

Lunch im Elephant Valley

So liefen wir durch das 40 Hektar große Gelände, welches viele verschiedene und natürliche Lebensräume für die Elefanten bietet. Von der hohen Graswiese, zum Bambuswald über mehrere Wasserlöcher war alles dabei. Es machte Spaß zuzusehen, wie die Elefanten über den Tag die verschiedenen Gebiete erkundeten!


Fütterung

Wo sind die Bananen?

Den einzigen näheren Kontakt hatten wir während der Fütterung. Hier erklärte man uns, dass es dies nur so lange geben wird, wie die Tiere von sich aus zur Fütterungsstelle kommen. Noch sind sie es gewöhnt, von Menschen Futter entgegenzunehmen, doch haben sie auf dem Gelände ausreichend andere Nahrung. Diesen Gedanken fanden wir schön- den Tieren ihren eigenen Willen zu lassen. Trotzdem freute es uns, dass an diesem Tag alle Tiere zur Fütterungsstelle kamen und wir sie mit Bananen füttern durften.

Chiang Rai Elephant Valley

Da sind die Bananen!

Lustigste Erkenntnis: wie sich Elefantenhaut anfühlt. Wir hatten sie uns rau vorgestellt, das war es auch schon. Aber der Rüssel fühlte sich fast an, als wäre er gepanzert! Und wie lustig es war, den Elefant durch den Rüssel atmen zu hören- einmalig!


Fazit

Chiang Rai Elephant Valley

Auf dem Weg zum Wasserloch

Wir sind sehr froh, uns für das Elephant Valley in Chiang Rai entschieden zu haben! Die Geschichten der einzelnen Tiere wird uns sicher noch einige Zeit begleiten. Auf dem Weg nach Chiang Mai fielen uns am Straßenrand immer wieder Werbeplakate auf, auf welchen für Elephant „Sanctuarys“ geworben wurde mit Bilder von Touristen im Wasserbecken oder auf dem Rücken der Elefanten. Auch wenn es ihnen dort bei weitem besser geht als mit einem Holzgestell mitsamt Touristen auf dem Rücken, ist dies für uns kein wirkliches Sanctuary. Diese Einrichtungen schießen aus dem Boden, da sich immer mehr Touristen bewusster für eine Organisation entscheiden. Für die Tiere natürlich positiv, aber es wäre zu wünschen, dass es mehr „echte“ Sanctuarys geben würde, mit dem Ziel, die Tiere ganz in ihre Welt zurückzuführen! Es wäre schön, wenn hier noch viel mehr sensibilisiert werden würde!


Was wir sonst noch so in Nordthailand gemacht haben, findet ihr unter unserer Kategorie Thailand, zum Beispiel über unseren Aufenthalt in Chiang Rai, oder unserem Kochkurs in Pai!

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