Heimkehr von der Weltreise

So, nun ist es soweit: wir sind wieder in der Heimat. Nach genau zehneinhalb Monaten haben wir uns heimlich nach Hause geschlichen. Eine der häufigsten Überlegungen und Diskussionen während unserer Weltreise beschäftigte sich mit dem Nachhausekommen. Wie wird es uns  mit der Heimkehr von der Weltreise ergehen? Werden wir uns schnell einleben oder am liebsten nach einer Woche wieder losziehen?


Die Entscheidung

Wer von Anfang an unseren Blog gelesen hat weiß, dass wir ursprünglich für volle zwölf Monate reisen wollten. Warum also die verfrühte Heimkehr? Da sind wir mal ganz ehrlich. Wir finden nämlich, dass Ehrlichkeit bei den Hochglanz-Reisebildern und Berichten auf vielen Blogs häufig fehlt. Reisen ist nicht immer so super toll, wie man es sich vorstellt. Es kann verdammt anstrengend sein. Man liegt nicht den ganzen Tag am Strand oder ist auf tollen Ausflügen unterwegs. Sehr viel Zeit verbringt man mit Planung. Wohin möchte man als nächstes, wie kommen wir dorthin (möglichst günstig), was gibt es dort zu sehen, welche Unterkunft buchen wir und und und.

Weltreise Reiseapotheke

Natürlich funktioniert das alles auch spontan. Aber dafür sind wir einfach nicht die typischen Backpacker. Wir wissen gerne, wo wir nach einer langen Busfahrt direkt einchecken können und sind auch gerne informiert, was uns dort erwartet. Somit könnt ihr schon erkennen, dass wir uns immer richtig viel Mühe mit Vorbereitung und Planung gegeben haben, was natürlich Zeit und Nerven frisst. Oft sind wir zu schnell gereist und musste uns selbst bremsen. Auf der anderen Seite waren wir immer unter Strom, sobald wir längere Zeit an einem Ort waren (eigentlich zum Entschleunigen)- eine schöne Zwickmühle! Jedenfalls war für uns unsere Art des Reisens nach zehneinhalb Monaten einfach genug, wir waren reisemüde! So viel haben wir gesehen und erlebt, haben unzählige wunderbare Orte sehen und Erfahrungen sammeln dürfen, die wir nie missen möchten! Wir waren (und sind!) vollgepackt mit Eindrücken und Erinnerungen, die verarbeitet werden müssen. Wir bemerkten, dass wir neuen Orten nicht mehr die Aufmerksamkeit schenken konnten, die sie verdient hätten. Alles in allem war es einfach an der Zeit, heimzukehren.


Die Heimkehr

Unsere Heimkehr von der Weltreise hängten wir nicht an die große Glocke. Heimlich still und leise landeten wir in Frankfurt, setzten uns in den Zug und waren eineinhalb Stunden später in der Heimat. Dementsprechend groß war die Überraschung von Familie und Freunden!

Vielleicht war die heimliche Heimreise auch ein bisschen Selbstschutz, da wir uns nicht erklären wollten, noch bevor wir wieder zuhause waren. Vor unserer Reise  wurden wir hier und da mit Unverständnis konfrontiert- „Wie kann man nur den Job kündigen?“, „Wie kann man nur ein Jahr am Strand rumliegen?“ und so weiter. Wir waren uns sicher, dass wir uns auch wegen unserer verfrühten Rückreise erklären müssten: „Seid ihr nicht dankbar, für die Zeit, die ihr noch reisen könntet?“. Sicher müssten wir uns für nichts davon rechtfertigen. Trotzdem wollten wir die Entscheidung vorerst für uns behalten.

Aber konzentrieren wir uns wieder auf das eigentlich Wichtige: Die Gesichter bei unserer überraschenden Heimkehr. Denn die waren einfach unbezahlbar!

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Das Einleben

Worum wir uns zu Beginn so viele Gedanken gemacht hatten, stellte sich am Ende als Selbstläufer heraus. Es tat gut, in gewohnter Umgebung und vor allem dem eigenen Bett zu schlafen. Vollkornbrot zu essen, unsere Freunde und Familien wieder in greifbarer Nähe zu wissen, das Klima,… Durch die nötigen Behördengänge (Krankenkasse etc.) waren wir auch schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Aber das gehört nun eben auch dazu! Im Großen und Ganzen fühlen wir uns wieder zuhause angekommen. Nach nun über einem Monat in der Heimat fallen uns immer noch Kleinigkeiten auf, die wir während unserer Zeit im Ausland vermisst haben und die wir nun umso mehr schätzen werden. Das aufkommende Fernweh nach die Heimkehr von der Weltreise hält sich also sehr in Grenzen!


Ende gut, alles gut

Wir sind unendlich dankbar für die vergangenen Monate. Dass es uns möglich war, diesen Schritt zu gehen, dass wir über unsere eigenen Schatten gesprungen sind, dass wir unfassbar schöne Landschaften sehen durften, dass wir wunderbare Menschen kennengelernt haben, dass wir wohlbehalten wieder in der Heimat angekommen sind; all das ist nicht selbstverständlich und ein Grund, dankbar zu sein.

Da wir noch unheimlich viele Geschichten zu erzählen haben, werden wir uns nach der Heimkehr von der Weltreise nicht von unserem Blog verabschieden. So vieles müssen wir hier noch nachholen. Neuseeland, Südamerika,…

Außerdem stehen bereits die nächsten Reisen in der Planschmiede bereit und wollen einen Platz hier finden. In diesem Sinne: wir sind von unserer längsten Reise zwar wieder zurück, aber es gibt noch so viel mehr zu sehen! Und da geteilte Freude doppelte Freude bedeutet, werden wir euch weiterhin mitnehmen!


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4 Kommentare

  1. Wirklich schöner Blogeintrag! Und den Inhalt können wir – Janna & Chris aus Speyer – zu 100% nachvollziehen. Auch wir sind für 12 Monate losgezogen, und auch wir werden wohl nach 10 bereits wieder zuhause sein. Wir finden so viele Gemeinsamkeiten in den von euch beschriebenen Emotionen, da müssten wir einfach einen Kommentar da lassen. Kompliment für den Blog und weiterhin gutes Einleben! 😊

    • caro

      25. Oktober 2018 at 11:56

      Hallo ihr Lieben,

      vielen Dank für eure positive Rückmeldung zu unserem Beitrag! Es ist schön zu hören, dass es auch noch anderen so geht wie uns. Wir wünschen euch noch eine tolle Zeit und eine schöne Rückkehr in die Heimat!
      Liebe Grüße!
      Caro & David

  2. nun ja, fast nichts spricht ja gegen eine Heimkehr, aber das Timeing – es wird doch jetzt Winter in Europa… die Kälte und das üble Wetter macht mir jeweils am meisten zu schaffen… da fällt es mir immer leicht die Komfortzone zu verlassen…
    Und da es gegen das Fernweh auch kein wirklich erprobtes Mittel gibt, ausser möglichst bald wieder einen Flug zu buchen und die Koffer packen – so kann man dann die Durststrecke zwischen Heimkehr und Abreise einigermassen überstehen

    • caro

      7. November 2018 at 06:43

      Lieber Urs,

      tatsächlich freuen wir uns auf den Winter, frische Luft, Weihnachten und Schnee 🙂
      Mal sehen, ob wir das in ein paar Wochen noch genauso sehen…

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