Ein Krankenhausbesuch im Ausland- darauf hat wohl niemand Lust, für viele ist es das Horrorszenario schlechthin auf einer Reise. Aber manchmal kommt man nicht drumherum und muss in den sauren Apfel beißen. Für uns war dies nun der Fall: wir bzw. David musste in Myanmar ins Krankenhaus. Wenn auch ein wunderbares Land- für einen Besuch im Krankenhaus hätten wir uns aber ein bzw. mehrere andere Länder ausgesucht, die wir dafür bevorzugt hätten. Aber das kann man sich leider meistens nicht aussuchen…


Was war los?

Yangon Asia Royal Hospital

Das Asia Royal Hospital in Yangon

An unserem zweiten Tag in Hpa-An machten wir eine Tagestour zu mehreren Höhlen und anderen Sehenswürdigkeiten. David war schon zu Beginn nicht wirklich fit, jedoch schoben wir dies auf die langen und anstrengenden Fahrten der letzten Tage. Leider verschlechterte sich sein Zustand über Tag stetig. Am Ende des Tages klagte er über starke Kopf- und Gliederschmerzen. Fieber hatte er auch bekommen. Also googelten wir die Symptome- alles wies auf eine Dengue- oder Malariaerkrankung hin.


Und nun?

Da wir am nächsten Tag weiter nach Yangon fahren wollten, schoben wir den Arztbesuch auf- denn Hpa-An schien es nach unseren Recherchen keine vernünftige ärztliche Versorgung zu geben. Eigentlich wollten wir es vermeiden, in Myanmar ins Krankenhaus zu müssen… Zwischenzeitlich hatte David Paracetamol gegen das Fieber und die Schmerzen genommen. Bald senkte sich die Temperatur auch- aber David krümmte sich vor Bauchschmerzen. Er wurde immer blasser und als er vor Schmerzen nicht mehr aufrecht sitzen konnte, beschlossen wir, dass es nun doch an der Zeit war, einen Arzt aufzusuchen. Schnell zur Rezeption gelaufen und ein TukTuk organisiert, Allergieausweis geschnappt und David die Treppe runtergeschleppt….


Krankenhaus in Hpa-An

Mit dem TukTuk fuhren wir ein paar Minuten später zum „Krankenhaus“. Die Notaufnahme bestand aus drei Betten im offenen Raum und einem Schreibtisch, an dem drei junge- ja was eigentlich? Ärzte wohl kaum, Arztgehilfen schon eher, hoffentlich aber keine Praktikanten- saßen. Wir schilderten Davids Beschwerden und hofften auf schnelles Verständnis. Aber alle drei blickten uns mit großen Augen an, um sich dann untereinander zu beratschlagen. Wir wussten sofort, dass sie heillos überfordert mit der Situation waren- was uns in leichte Panik versetzte. Mehrfach mussten wir die Symptome erklären, immer wieder steckten sie die Köpfe zusammen.

Ob David eine Infusion haben wollte, fragten sie uns in gebrochenem Englisch. David schüttelte energisch den Kopf. Ob sie einen Bluttest machen sollten, war die nächste Frage. Wann die Ergebnisse hierzu vorliegen würden, konnten sie uns allerdings nicht sagen. Zwischenzeitlich entspannten sich die Krämpfe. Nach kurzer Diskussion beschlossen wir, auf keinen Fall länger in Hpa-An zu bleiben, sondern am nächsten Tag planmäßig nach Yangon weiterzufahren. Hier war David im Notfall besser aufgehoben; außerdem wäre es von dort leichter, einen Flug nach Bangkok zu nehmen. Wir bekamen ein Medikament gegen die Bauchschmerzen in die Hand gedrückt und fuhren zurück zum Hotel.


Krankenhaus in Yangon

Yangon Asia Royal Hospital

David tapfer beim Blutabnehmen

Bald ließen zum Glück die Schmerzen nach, sodass die Busfahrt am nächsten Morgen für David einigermaßen erträglich war. Fit war er trotzdem noch nicht, noch immer fühlte er sich schlapp und ausgelaugt. Deshalb suchten wir in Yangon auch direkt ein Krankenhaus auf- das Asia Royal Hospital. Hier hatten wir dann auch das Gefühl, in einem richtigen Krankenhaus zu sein. Wir wurden direkt in die Notaufnahme geschickt, wo David seine Symptome kurz erläuterte. Die Ärztin schlug vor, einen Bluttest zu machen- na gut, das war uns ja irgendwie klar, dass das kommen würde. Die Tatsache, dass die Nadel steril verpackt war, beruhigte etwas. Schnell waren zwei Ampullen Blut gezapft, das Ergebnis sollten wir in drei Stunden abholen. Wir hatten eher mit drei Tagen gerechnet, aber tatsächlich lagen uns drei Stunden später die Testergebnisse vor. Wahrscheinlich beschleunigten die gezahlten 30 Doller die Laboranten…


Ergebnis

Malaria negativ, Dengue negativ. Uns fiel ein riesiger Stein vom Herzen! David ging es mittlerweile auch wieder recht gut, außer dass er noch etwas blass um die Nase war. Offensichtlich hatten wir uns einfach etwas viel zugemutet während der letzten Tage, hinzu kam das anstrengende, feuchte Klima in Hpa-An sowie zu wenig Flüssigkeitszufuhr…

Yangon Asia Royal Hospital

Abholen der Laborergebnisse

Wir sind sehr froh, dass die beiden Krankenhausbesuche letztendlich harmlos waren. Was wir nun aber wissen: man sollte es tunlichst vermeiden, in Myanmar ins Krankenhaus zu müssen bzw. ernsthaft krank zu werden! Wir sind immer noch etwas geschockt über die Hilflosigkeit in Hpa-An. Selbst die Ärzte in Yangon empfehlen im Fall einer ernsteren Erkrankung wie Malaria oder Dengue: ab nach Bangkok oder Singapur!

Nochmal Glück gehabt!


Hier kommst du zum Bericht über unsere Zugfahrt von Mandalay nach Hsipaw.

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