Welche Vorbereitungen sind notwendig?

Beim Thema Gesundheit auf Reisen kann man sich ganz schön austoben. Das haben wir während unserer Vorbereitungen schnell gemerkt. Am Anfang kommt eine ziemliche Informationsflut auf einen zu. Brauche ich die Impfung gegen Japanische Enzephalitis? Und muss ich meine Reiseapotheke wirklich um die Tropfen gegen Übelkeit aufstocken?
Welche Vorkehrungen man hier im Detail trifft, muss natürlich jeder für sich selbst klären. Hier gibt es keine universell gültige Liste über Reiseschutzimpfungen und Reiseapotheke, sondern unsere persönlichen Erfahrung und Meinung!


Frühzeitig Informationen einholen!

Ein sehr wichtiges Thema, denn viele Reiseschutzimpfungen müssen lange vor der Reise verabreicht werden. So hat beispielsweise die Impfung gegen Tollwut insgesamt drei Impfungen in verschiedenen Zeitabständen, um vollständig wirken zu können.

Um uns einen Überblick zu verschaffen, haben wir bei unserer Krankenkasse angerufen und uns mit einem Reisemediziner verbinden lassen. Mit diesem sind wir unsere geplante Route durchgegangen und haben von ihm Impfempfehlungen zu jedem Land erhalten. Er hat uns auch weiterführende Tipps gegeben, was zum Beispiel die Einreisebestimmungen verschiedener Länder angeht.

Im Anschluss haben wir uns zur Impfberatung bei unserem Hausarzt angemeldet. Das ist in unserer Praxis Voraussetzung für spätere Impfungen. So gesehen war die Beratung bei der Krankenkasse unnötig, trotzdem waren wir froh, schon vor dem Arzttermin informiert zu sein um auch tiefer gehende Fragen stellen zu können.  Im Anschluss auf das fast einstündige Gespräch wurde uns ein Impfplan erstellt, sodass wir alle Impftage im Blick hatten.

Tipp: Hebt die Originalrechnungen vom Arzt für Beratung, Impfstoffe und Impfungen auf. Diese können später bei der Krankenkasse eingereicht werden!


Unsere Impfungen

  • Auffrischung aller Standardimpfungen, falls notwendig
  • Gelbfieber: wird durch Stechmücken übertragen, vorwiegend in Mittel- und Südamerika. Für bestimmte Länder muss man bei der Einreise die Impfung nachweisen, wenn man aus einem betroffenen Gebiet kommt.
  • Hepatitis A+B: Übertragung durch verunreinigte Nahrung und Körperflüssigkeiten, weltweit.
  • Tollwut: wird von Tieren übertragen. Da man den Kontakt mit Tieren nicht immer vermeiden kann (oder will), haben wir uns schon bei der letzten Asienreise impfen lassen und so wurde die Impfung nur aufgefrischt. Ansonsten benötigt man hier ganze drei Impfungen mit gesetzten Impfabständen!
  • Typhus: wird über verunreinigtes Wasser übertragen.
  • Cholera: Übertragung durch verunreinigtes (Trink-)Wasser. Wurde uns aber eher gegen Reisedurchfall empfohlen, weshalb wir die Schluckimpfung genommen haben.Reiseapotheke Weltreise

Erstattung Impfkosten

Um die Kosten der Reiseschutzimpfungen erstattet zu bekommen, müssen unbedingt die Rechnungen über die Arztkosten (Beratungsgespräche, Impfungen), die Rezepte über die Impfstoffe, sowie deren Rechnungen gesammelt werden. Wir hatten Glück und unsere Krankenkasse hat alle Kosten übernommen, sogar die der Malariatabletten! Wir konnten die Quittungen ganz bequem online einreichen und haben die knapp 400€ innerhalb weniger Tage erstattet bekommen.

Um zu sehen, welche Reiseschutzimpfungen von eurer Krankenkasse übernommen werden, gibt es beim CRM eine nette Tabelle. Hier sind die gängigen Krankenkassen und die Impfungen aufgeführt.


Malaria und Dengue-Fieber

Malaria und Dengue-Fieber werden durch Stechmücken auf den Menschen übertragen. Wohingegen die Malariamücken meist nachtaktiv sind, kann das Dengue-Fieber auch tagsüber übertragen werden. Leider gibt es für beide Krankheiten noch keine Schutzimpfung. Deshalb ist es wichtig, sich in Risikogebieten dementsprechend zu schützen. Sei dies durch lange Kleidung am Abend oder Antimückenspray (Achtung, unbedingt mit DEET!) am Tag, sollte man z.B. einen Dschungeltrek machen.

Für den Fall der Fälle haben wir Malaria-Standby-Tabletten dabei. Diese kann man zwar prophylaktisch einnehmen, was bei unserer langen Reisedauer jedoch keinen Sinn macht. Falls wir also ein Fieber unbekannter Herkunft bekommen sollten, können wir die Tabletten einnehmen. Dadurch werden die ersten Symptome einer Malariaerkrankung abgeschwächt.

Achtung: Trotzdem sollte man nach Einnahme der Tabletten binnen 24 Stunden einen Arzt aufsuchen, um den Grund des Fiebers zu diagnostizieren!


Generelle Vorsichtsmaßnahmen auf Reisen

Viele Erkrankungen kann man durch ein paar Einschränkungen umgehen. Zum Beispiel halten wir uns auf Reisen in betroffenen Gebieten beim Verzehr von frischen Nahrungsmitteln an den Spruch „Cook it, peel it or leave it“. Also Obst und Gemüse entweder kochen, schälen, oder die Finger davon lassen. Easy!

Beim Wasserkauf- vor allem auf offener Straße- sollte man auch immer darauf achten, dass der Deckel noch original verschlossen ist. Oft kommt es vor, dass leere Wasserflaschen mit Leitungswasser aufgefüllt und anschließend verkauft werden. Auf diesem Wege kann man sich einen schönen Virus bzw. Lebensmittelvergiftung einfangen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann auf Wasser mit Kohlensäure zurückgreifen.

Obwohl viele Reisende berichten, dass in Hostels/ Hotels meistens Moskitonetze angebracht sind, haben wir auf unserer Südostasienreise gegenteilige Erfahrungen gemacht. Häufig ist zwar ein Haken über dem Bett zur Aufhängung des Netzes vorhanden, das Netz selbst jedoch nicht. Deshalb werden wir sicherheitshalber ein Moskitonetz einpacken, um nachts Ruhe vor den nervigen Viechern zu haben.


Reiseapotheke

Wieviele Medikamente packt man für eine einjährige Reise ein? „So viel wie nötig und so wenig wie möglich“ ist wohl die beste Antwort. Wir haben uns wirklich nur auf das Nötigste beschränkt- denn so gut wie überall auf der Welt kann man im Notfall an benötigte Medikamente gelangen.

Unsere Reiseapotheke sieht wie folgt aus:

  • Desinfektionstücher
  • Breitbandantibiotikum
  • Paracetamol/ Ibuprofen
  • Kohletabletten
  • Pflaster
  • Elektrolyt-Lösung
  • Mückenspray
  • Malarone (Malaria-Tabletten)
  • MCP-Tropfen
  • Notfallspritzen
  • Nasenspray

Damit sollten wir erstmal gerüstet sein! Was ich (Caro) noch für meinen Typ 1 Diabetes einpacke, kommt in einen gesonderten Beitrag.


Nächster Punkt auf unserer Liste ist die Wahl der für uns passenden Auslandskrankenversicherung.


Du willst auch bald auf Reisen gehen? Dann lass dich von unserer Packliste inspirieren.

Diabetiker unter euch an Bord? Dann passt diese Packliste!