Meine Horrorvorstellung schlechthin vor und während der Start der Weltreise: am Flughafen mein Insulin abgeben zu müssen, weil es ein Sicherheit- oder Zollbeamter zu genau mit den jeweiligen Handgepäcksbestimmungen nimmt. Man findet je nach Reiseland unterschiedliche Angaben zu Medikamenten im Handgepäck. Mal heißt es, Medikamente dürfen im Handgepäck mitgeführt werden, mal nur die für den Flug benötigte Menge, mal müssen flüssige Medikamente in den bekannten transparenten Beutel. Aber was denn nun?


Insulin im Handgepäck

Diabetes Weltreise Packliste

Mein Jahresbedarf an Medikamenten

Wie schon berichtet, reise ich mit einem Jahresvorrat an Insulin im Handgepäck (hierzu das Update),  in Frio-Kühltaschen*  verpackt. Das heißt, nicht nur das Medikament selbst, sondern auch die Kühlmittel fallen unter die Bestimmungen zu Flüssigkeiten im Handgepäck (maximal 100 ml, verpackt in transparentem, verschließbarem Beutel etc.). Und wie oben im Bild zu sehen ist, kommt da eine beachtliche Menge an Gepäck zusammen. Ein Handgepäckstück (Ospreys Farpoint 40*) ist komplett voller Medikamente. Natürlich werden diese immer weniger, da ich sie während der Reise ja aufbrauche. Trotzdem ist es nunmal ein Rucksack voller Teststreifen, Nadeln, Insulin und Messgeräten. Da wird wohl der ein oder andere Sicherheitsbeamte am Flughafen wohl mal genauer hinsehen…


Sicherheitskontrolle am Flughafen

Weltreise mit Diabetes Medikamente Handgepäck

Mein Handgepäck- nur Medikamente

Um die Sicherheitskontrollen schnell abhandeln zu können, habe ich meine Kühlpacks ganz oben im Rucksack liegen. So komme ich mit einem Handgriff dran und kann bei Nachfragen schnell eines aus dem Rucksack holen und vorzeigen. Der Packwürfel mit den Teststreifen, Ersatz-Messgeräten usw. befindet sich darunter.

Zu Beginn der Reise habe ich bei der Sicherheitskontrolle noch auf die Medikamente aufmerksam gemacht. Da dies jedoch meistens auf Desinteresse stieß, lasse ich den Rucksack jetzt immer erstmal geschlossen und schaue, was passiert. Meistens interessiert es niemanden, trotz der Kühlpacks und der Nadeln. Manchmal soll ich den Rucksack öffnen, nach einem kurzen Blick in die Kühlpacks sind die Sicherheitsleute dann aber auch in 95% der Fälle zufrieden gestellt und lassen mich weiter. Der Laptop in Davids Handgepäck ist dagegen meistens interessanter und wird häufiger mal intensiver begutachtet.


Darf nicht fehlen: Attest

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Das Attest für die Kontrolle am Flughafen

Vor der Reise habe ich mir beim Arzt ein Attest beziehungsweise eine Zertifizierung ausstellen lassen, auf welcher alle Medikamente vermerkt sind, die ich dabei habe. Diese sind in verschiedenen Sprachen aufgeführt, sodass die Liste allgemein verständlich sein sollte. Das Attest habe ich zweimal vorzeigen müssen- und selbst bei einem beratungsresistenten Flughafenmitarbeiter wurde dieses letztendlich anerkannt.

Ich würde auf jeden Fall empfehlen, eines mitzunehmen. Auch wenn es nur ein Stück Papier ist, kann es vielleicht die ein oder andere Situation aufklären.


Bisherige Probleme

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Meine Messstreifen und Ersatzmessgeräte

Nur einmal kam es zu einer längeren Auseinandersetzung an der Sicherheitskontrolle. Dies war in Amman (Jordanien). Der nette (nicht!) Beamte nahm es ganz genau. Auf die Frage, was das für Medikamente seien und ich es ihm erklärte, tat er ziemlich großspurig, dass er das ja wisse. Warum ich so viel Insulin im Handgepäck hätte-  ich sollte doch einfach die Menge an Insulin sofort spritzen, die ich für die nächsten 20 Stunden (so lange sollten wir unterwegs sein, bis ich wieder an mein Gepäck kommen würde) benötige. Bei dieser Aussage war ich kurz davor, laut zu lachen. Aber das wäre genau wie Wut genau der falsche Weg gewesen. Der Schlüssel in solchen Situationen ist: Freundlich und gelassen bleiben, auch wenn es schwer fällt!

Bei der Einreise nach Indonesien habe ich kurz gezittert, aber der Sicherheitsbeamte stellte nur ein paar Fragen und ließ sich alles interessiert erklären- und wünschte mir im Anschluss eine schöne Reise.


Fazit

Ich hatte noch nie ernsthafte Probleme mit dem Insulin im Handgepäck. Diabetes ist mittlerweile eine derart bekannte Krankheit, dass jeder etwas mit dem Begriff „Insulin“ anfangen kann.

Mit meinen Medikamenten wohlwissend im Handgepäck fühle ich mich auch mittlerweile einfach beruhigter. Da kann nichts wegkommen und ich habe immer ein Auge darauf. Und so problemfrei hätte ich es mir nie vorgestellt!

Nun hoffen wir mal, dass auch die Einreise nach Neuseeland genauso gut klappt- hier sind die Bestimmungen etwas strenger. Wir werden berichten!

 


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