In Rajasthan scheint jede Stadt eine Farbe ihr eigen zu nennen. Udaipur nennt sich „die weiße Stadt“, die Wüstenstadt Jaisalmer ist gold, Jaipur pink und Jodhpur nun blau. Nach unserem Aufenthalt in Udaipur wählten wir Jodhpur als nächsten Stopp auf unserer Reise aus. Denn was wir über die Stadt hörten, gefiel uns. Ein imposantes Fort inmitten der Stadt, eine Altstadt komplett in blau getüncht und eine fabelhafte Küche. Passt für uns! Also stiegen wir morgens in Udaipur in den Bus, um ihn fünf Stunden später in Jodhpur wieder zu verlassen!


Ankunft in Jodhpur oder: Das übliche Chaos

Jodhpur ist nach Jaipur die zweitgrößte Stadt Rajasthans. Dies merkten wir direkt, als unser Bus die Stadt erreichte. Hier war eindeutig mehr los als in Udaipur und wir fühlten uns ganz kurz schockversetzt nach Mumbai.

Als wir mit den Rucksäcken über den Marktplatz liefen, um zu unserem Hostel zu kommen, stellte sich wieder kurz das uns allzu bekannte Gefühl ein, welches uns durch Indien begleitete: Zu viele Menschen, zu viele und zu schnelle Fahrzeuge, und ein endloses Hupkonzert, sprich: Überforderung pur. Wir beeilten uns, den Marktplatz um den Clocktower schnell zu überqueren, um in die etwas ruhigeren Gassen zu gelangen.


Ruheoase HosteLaVie

Meherangarh Fort Jodhpur

Das Meherangarh Fort von der Dachterrasse unseres Hotels

Unsere Unterkunft HosteLaVie* war zum Glück eine kleine Ruheoase und noch dazu wunderschön eingerichtet, ohne den sonst überall funkelnden Kitsch. Wir sind direkt auf die Dachterrasse, um die blaue Stadt zu begutachten. Nach dem ersten Blick dachten wir: „Naja. Ein bisschen blau vielleicht“. Dazu später mehr. Was uns allerdings direkt ins Auge fiel- da kaum zu übersehen- war das mächtige Fort, welches sich vor uns und über die ganze Stadt auftürmte.


Jaswant Thada Tempel

Jaswanth Thada Tempel Jodhpur

Jaswant Thada Tempel

Dorthin machten wir uns auch gleich auf den Weg, allerdings nur auf das Felsplateau und nicht ins Fort selbst. Das wollten wir uns für den nächsten Tag aufheben. Wir hatten aber ein anderes Ziel im Auge: den Jaswant Thada Tempel. Es handelt sich hierbei um ein Mausoleum, das der Maharaja Sardar Singh 1899 für seine Familie erbauen ließ. Wir waren erstaunt über die Eintrittspreise- nur 50 Rupien pro Person und auch die Differenz zwischen Touristenpreis und Preis für die Einheimischen war hier ausnahmsweise im Rahmen. Umso überraschter waren wir, dass der Tempel ein wunderschönes Schmuckstück war.


Stufenbrunnen Toorji Ka Jhalara

Jodhpur-Stufenbrunnen-Stepwell

Der tiefste noch existierende Stufenbrunnen in Jodhpur

Auf dem Rückweg kamen wir zufällig am „Step Well“ vorbei, dem tiefsten noch existierenden Stufenbrunnen Jodhpurs. Ganz schön beeindruckend, da man die tatsächliche Tiefe nicht erahnen kann; die Treppen reichen bis unter die Wasseroberfläche des Brunnens. Je nach Wasserstand sieht man mehr oder weniger Stufen. Ein schöner Ort, um den Tag ausklingen zu lassen!


 Meherangarh Fort

Meherangarh Fort Fassade

Außenfassade des Meherangarh Fort

Am nächsten Tag erklommen wir den Felsen ein zweites Mal, um die Hauptattraktion der Stadt zu besuchen: das Meherangarh Fort. Das auf dem mächtigen Einzelfelsen erbaute Fort galt als uneinnehmbar, was man sich aufgrund der erhabenen Lage gut vorstellen kann. Vom Fort aus konnten wir auch endlich die eigentliche „Blue City“ sehen. Aus „ein bisschen blau“ wurde dann „ein bisschen blauer“.

Blue City Jodhpur

Ausblick auf die Blue City im Norden der Stadt

Als wir das Fort verlassen wollten, wurden wir auf eine Schar Habichtadler aufmerksam und folgten der Vogelgruppe. Bald kam uns ein Mann entgegen, den wir fragten, was es damit auf sich hatte. Er erzählte uns, dass er die Vögel jeden Tag füttern würde, weswegen täglich ca. 1.000 Adler das Fort umkreisen. Leider hatten wir die Fütterung gerade verpasst. Mist! Er musste uns die Enttäuschung angesehen haben, denn er lud uns ein, ihn am nächsten Tag zu begleiten. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen! Es war zwar gar nicht so einfach, sich an den Ticketkontrolleuren vorbeizuschmuggeln (wir sahen es nicht ein, nochmal ein Ticket zum Touristenpreis zu lösen), aber letztendlich haben wir es geschafft und waren pünktlich am Treffpunkt. Und es hat sich ja sowas von gelohnt!

Ader Indien Jodhpur

Mittendrin bei der Fütterung der Bonelli’s Eagles

Es war unglaublich, dort zu sitzen und die Flügelschläge der majestätischen Vögel zu spüren!

 

Das war grob zusammengefasst unser Aufenthalt in Jodhpur. Weiter geht’s nach Jaipur, in die Pink City!


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