Fünf Wochen in Aotearoa- Unsere Route durch Neuseeland

Wie haben wir uns auf Neuseeland gefreut! Nach einem halben Jahr in Asien fieberten wir vor allem auf das Klima hin- und darauf, nicht ständig die Rucksäcke zu packen. Diese sollten nämlich während unseres Roadtrips über die beiden Inseln in den Untiefen unseres riesigen Camperschiffs verschwinden. Über die Route machten wir uns bereits in Deutschland Gedanken. Und verwarfen diese bald wieder. Zu viele Möglichkeiten gepaart mit der begrenzten Zeit entpuppten sich als eine echte Herausforderung in unserer Planung. Und selbst nach der Planung vor Ort wurde unsere Route durch Neuseeland noch spontan geändert- man kann eben nicht alles planen! Im folgenden beschreiben wir unsere letztendliche Route, mit der wir dann ziemlich zufrieden waren.

Neuseeland Route Camper

Unsere Route durch Neuseeland


Südinsel- 3,5 Wochen

Wir bastelten unsere Route um die Orte herum, die wir besichtigten wollten. Auch hier merkten wir bald, dass einiges von der Liste muss- ansonsten hätte der Trip wohl in einem Burnout geendet. Dieses Land hat eben unfassbar viele schöne Ecken! Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwierig es war, die Bilder für diesen Beitrag auszuwählen… Aber zurück zum Thema: wir beschlossen, die Südinsel im Uhrzeigersinn der Küste entlang abzufahren. Los geht’s!

Start: Christchurch

Eines stand von Anfang an fest: der Start in Christchurch. Hier sollten wir uns mit unseren Freunden treffen, die uns die nächsten Wochen begleiten sollten und gemeinsam unseren Camper abholen. Wir kamen ein paar Tage früher an, erholten uns vom Jetlag und lernten Christchurch kennen. Eine nette, kleine Stadt, aber wir konnten es kaum erwarten, endlich mit unserem Riesencamperschiff (7,20 m lang!) los zu düsen!

Akaroa

Die erste Nacht im Camper verbrachten wir in Akaroa. Wir wollten uns erstmal mit dem Schiff vertraut machen und nicht gleich so weit fahren.Nicht geplant war, dass wir eine super kurvige Straße hoch und wieder runter mussten. Naja, danach waren wir jedenfalls bekannt mit Wendekreis und Bremse. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, sodass wir nur einen kleinen Spaziergang über Weiden und das kleine Hafendörfchen machten.

Lake Tekapo

Lake Tekapo Schnee

Neuschnee am eisblauen Lake Tekapo

Am nächsten Tag ging es weiter zum Lake Tekapo. Hier fanden wir einen schönen Freedom Campingplatz, wo wir morgens mit Neuschnee begrüßt wurden. Damit hatten wir nicht gerechnet… Erste Amtshandlung bestand aus Kauf von Wollsocken und Handschuhen. Gut ausgerüstet erklommen wir den Mount John mit seinem herrlichen Blick auf die beiden Seen Alexandrina und Tekapo. Abends durfte natürlich ein Besuch der berühmten Church of the good Sheperd nicht fehlen, um den Sternenhimmel und die Milchstraße zu bewundern- und mit zahlreichen Asiaten um den perfekten Fotoplatz zu kämpfen.

Mount Cook/ Lake Pukaki

Mount Cook Neuseeland Route Camper

Mount Cook, der höchste Berg Neuseelands

Weiter ging es zum Mount Cook Nationalpark, wo die wunderschöne Wanderung durch das Hooker Valley auf dem Programm stand. Auf dem Hinweg war vom höchsten Berg Neuseelands nichts zu sehen; auf dem Rückweg verzogen sich die Wolken und Mount Cook erstrahlte im schönsten Sonnenschein. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen, aber schönen Abstecher zum Tasman Lake. Übernachtet haben wir am Lake Pukaki, wo wir einen wunderschönen, einsamen Freedom Campingplatz fanden.

Moeraki

Moeraki Bolders Neuseeland

Die Moeraki Boulders bei Sonnenaufgang

Die Moeraki Boulders waren lange auf der „Vielleicht-Liste“. Da wir auf dem Weg aber eh eine Nacht Pause einlegen wollten, bot sich ein Besuch an. Wir konnten sogar gemütlich morgens vom Campingplatz aus den Strand entlang zu den Boulders laufen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Wir waren ziemlich erstaunt, warum uns die Szene so bekannt vorkam. Bis der Groschen fiel: Microsoft hatte sich an dem Motiv für einen der bekannten Starthintergründe bedient…

Catlins/ Nugget Point

Weiter ging es ins Gebiet der Catlins. Die schroffe Küstenlandschaft gefiel uns sehr. Für Pinguine war es leider keine Saison, dafür passte das raue Wetter perfekt zur Szenerie. Auf dem Weg zum Nugget Point wurden wir fast weggeweht… Aber auch hier sahen wir das Positive: wir waren fast die Einzigen auf dem Weg! Übernachtet haben wir auf einem Freedom Campingplatz des DOC bei Purakaunui. Am frühen Morgen konnten wir hier eine Herde Seelöwen beobachten, einmalig und sehr imposant!

Nugget Point Neuseeland Route

Der Nugget Point- Stürmisch war’s!

Te Anau

Te Anau war wegen des bescheidenen Wetters nur eine reine Zwischenübernachtung, bevor es früh am nächsten Morgen Richtung Milford Sound ging. Hier hatten wir dann wieder bestes Wetter und konnten unter anderem die Mirror Lakes und ihre perfekte Spiegelung der Berge bewundern. Den Namen haben sie eben nicht von ungefähr…

Milford Sound

Milford Sound Schnee

Schneebedeckter Milford Sound: Sogar die Einheimischen waren begeistert

Das schlechte Wetter in Te Anau hatte etwas Gutes: der Milford Sound lag mit frisch gepuderten Gipfeln vor uns. Sogar die Einheimischen konnten ihr Glück kaum fassen; scheinbar sieht man den Fjord selten in dieser Form!

Queenstown

Queenstown Neuseeland Herbst

Wunderschöne Aussicht in der Gegend um Queenstown

Aus den Fjorden zurück im Landesinnern, erstrahlte Queenstown in den schönsten Herbstfarben. Einen kleinen Adrenalinschub holten wir uns, indem wir ein paar wagemutigen Bungeejumpern zusahen, wie sie sich von der alten Brücke stürzten, wo angeblich das Bungeejumpen erfunden wurde. Ja, das Zusehen hat uns tatsächlich gereicht! Den berühmten Fergburger in Queenstown haben wir uns natürlich auch abgeholt!

Lake Wanaka

Klar, dass uns unsere Route durch Neuseeland auch an den Lake Wanaka und auf den berühmten Roy’s Peak führte. Zugegeben, während dem dreistündigen Aufstieg verteufelten wir unser Vorhaben zwar, aber die Aussicht belohnte für alle Strapazen! Sogar ein Stück Zahn haben wir auf dem Gipfel gelassen, aber das ist eine andere Geschichte…

Roys Peak Wanaka Gipfel

Geschafft! Auf dem Roy’s Peak (für dieses Foto- danach ging es nochmal einige Höhenmeter weiter)

Franz Josef Gletscher

Die nächste Station war der Franz Josef Gletscher. Über einen kurzen aber abwechslungsreichen Weg erreichten wir die Gletscherzunge, immer begleitet von den Helikoptern über unseren Köpfen, die für unfassbar viel Geld Flüge zum Gletscher anbieten. Erschreckt und traurig gemacht haben uns dieHinweisschilder, die den Rückgang des Gletschers dokumentieren.

Hokitika/ Abel Tasman Park

Hier legten wir jeweils nur kurze Stopps ein, da mit den Pancake Rocks und den Pupu Springs nur zwei kleinere Sehenswürdigkeiten auf unserer Liste standen, die auf unserer Route durch Neuseeland abgehakt werden wollten. Mit dem Abel Tasman Park kamen wir nur kurz in Berührung, und unternahmen wegen mangelnder Zeit keine größere Wanderung.

*

Havelock

Havelock sollte die letzte Station vor der Überfahrt auf die Nordinsel sein. Überraschenderweise entdeckten wir hier einen der bisher schönsten Campingplätze unserer Tour: Smith’s Farm. Begrüßt wurden wir mit noch warmen Bananenmuffins und Tüten mit Futter für die Tiere der Farm. Schafe, Ziegen, Schweine und Hasen freuten sich über die vollen Tüten! Und wer denkt, nach 20 Uhr gibt es auf der Farm nichts mehr zu erleben: falsch gedacht! Über mehrere Schafskoppeln geklettert erreicht man nach kurzer Zeit ein Waldstück mit unzähligen Glühwürmchen, die sich entlang eines Baches aufreihen. Wunderschön und kostenlos obendrein!


Nordinsel-1,5 Wochen

Mount Taranaki Route Neuseeland

Auf dem Rückweg zeigt er sich in voller Pracht: Mount Taranaki

Zugegeben, wir haben uns mit der Zeit auf der Südinsel etwas verkalkuliert. Für die Nordinsel blieb uns nur eine gute Woche Zeit. Die Alternative- Sehenswürdigkeiten auf der Südinsel wegstreichen- kam nur bedingt in Frage; denn die Strecke zur Fähre hätten wir ja eh fahren müssen.  Und über die Nordinsel hetzen und uns die Nächte mit Fahren um die Ohren schlagen kam auch nicht in Frage. Also entschieden wir uns dazu, die Route durch Neuseeland’s Norden abzuspecken.

Mount Taranki

Natürlich machten wir einen Halt in Wellington- allerdings einen sehr kurzen. Die Städte können mit der Natur einfach nicht mithalten! Deshalb ging es schnell weiter Richtung Westen zum Mount Taranaki, dem perfekt geformten Vulkan. Außer ein paar Bauarbeitern trafen wir keine Menschenseele auf dem Weg.

Forgotten World Highway

Forgotten World Highway Taranaki

Ein Blick zurück, der sich lohnt: Mount Taranaki vom Forgotten World Highway

Unsere Route durch Neuseeland führte uns mit dem Forgotten World Highway durch eine wunderschöne Landschaft. Wir waren froh, die kurvenreiche Strecke mit dem Camperschiff auf uns genommen zu haben! Immer wieder boten sich wunderschöne Ausblicke auf die surreale Umgebung. Und mit dem Besuch in der kleinsten Republik der Welt- Whangamomona- hatten wir noch eine echte Kuriosität dabei! Leider haben wir erst später erfahren, dass wir uns einen Stempel für den Reisepass hätten besorgen können…

Tongariro National Park

Tongariro Crossing Emerald Lakes

Das heimliche Ziel des Tongariro Alpine Crossings: Die Emerald Lakes

Findet man in einem Reiseführer eine Route durch Neuseeland ohne das Tongariro Alpine Crossing? Wohl kaum. Vielleicht stand diese Wanderung bei uns sogar an erster Stelle. Enttäuscht wurden wir auf keinen Fall! Und wie verrückt sehen bitte die grünen Schwefelseen aus?

Rotorua

Champagne Pool Waiotapu

Es dampft und blubbert: Der Champagne Pool im Waiotapu Thermal Wonderland

In ganz Rotorua blubbert und raucht es aus Pfützen, Bächen und Schächten. Überall scheint es geothermische Aktivitäten zu geben. Viele verschiedene Formen kann man im Waiotapu Thermal Wonderland bestaunen. Dies war zwar mit die teuerste Aktivität, die wir in Neuseeland gemacht haben, aber es hat sich trotzdem gelohnt!

Hahei/ Cathedral Cove

Die angesteuerte Cathedral Cove auf er Südinsel war leider gesperrt, weshalb wir uns unbedingt die auf der Nordinsel anschauen wollten. Viel imposanter als die eigentliche Attraktion war für uns allerdings der Weg dorthin. Wir parkten das Camperschiff in Hahei und liefen über einen Küstenwanderweg in die Bucht der Cathedral Cove. So sparten wir uns auch die Parkgebühren vor der Cathedral Cove.

Cathedral Cove Nordinsel Neuseeland

Die Cathedral Cove auf der Nordinsel


Unsere Zeit in Neuseeland ist wie im Flug vergangen. Leider! Gerne hätten wir noch mehr entdeckt; wir haben uns im ganzen Land sehr wohl gefühlt und die Landschaften sind einfach unbeschreiblich schön. Wir haben uns gefragt, ob wir die Route hätten besser planen können. Unsere Antwort: Nein! Für uns hat es so perfekt gepasst. Außerdem haben wir so einen Grund, wieder zu kommen, denn das möchten wir auf jeden Fall! Wieder mal ging es mit einem lachenden und einem weinenden Auge weiter. Next Stop: Cook Islands.

Vielen Dank auch an Sarah, Andreas und Mathilda, durch euch war unsere Reise durch Neuseeland nochmal schöner und einmaliger!


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